Lernende Organisationen – lernende Demokratie

„Resilienz – Beteiligung verwurzeln in Organisation und Demokratie“ – unter dieser Überschrift fand  vom 11. bis 19. Januar 2018 die 11. Loccumer Procedere-Werkstatttagung statt. In diesem Blogartikel teile ich einige persönliche Eindrücke mit Ihnen.

Bild von einer grünen Wiese auf der Gänseblümchen und andere Blumen wachsen Als Moderatorin kann ich nicht ganz umhin den methodischen Blick zu Anfang zu stellen. Mein Fazit: Es ist sehr gut gelungen, die Tagung abwechslungsreich zu gestalten. Es gab wertvolle Impulse im Wechsel mit der Möglichkeit eines intensiven Austauschs zwischen zum Teil recht unterschiedlichen Ansätzen und Menschen. Das hat die Teilnahme für mich wertvoll gemacht. Die Tagung war dergestalt aufgebaut, dass zunächst Zeug/innen zu Wort kamen, um im Anschluss im „Vitamin-B-Café“ die Gelegenheit zu bieten, das Thema zu vertieften, sich kennenzulernen und auszutauschen. Unter der Überschrift „Theorie hilft“ gab es dann am zweiten Tag einige Inputs, gefolgt von Berichten über praktische Erfahrungen und immer wieder Reflexionsrunden im kleineren Kreis zur Verarbeitung des Gehörten.

Aber warum ist Resilienz relevant und was bedeutet das überhaupt?

Resilienz lässt sich mit „Widerstandsfähigkeit“, „Anpassung“ oder auch „Regeneration“ übersetzen. Als Begrifflichkeit innerhalb von Organisationsentwicklung und Personal beschreibt Resilienz häufig die Fähigkeit einer Person oder Organisation, Phasen starker Belastung und Krisen wie schwere Krankheiten, lange Arbeitslosigkeit o.ä. ohne nachhaltige Folgen zu überstehen. Bei der Tagung ging es um die Frage, wie sich Partizipation als Grundlage demokratischen Handelns so in Strukturen von Organisationen und Institutionen verankern lässt, so dass sie das persönliche Engagement einzelner überdauert. Es ging also quasi um die „Resilienzförderung“ von Organisationen und (Teilen) der Gesellschaft.

Denn das ist häufig ein Problem: Es gibt viele professionelle und ehrenamtliche Akteur/innen, die sich dafür einsetzen, Beteiligung als die Grundlage demokratischer Prozesse in Unternehmen, Organisationen oder auch im Gemeinwesen zu stärken. Oft hängen die Erfolge jedoch stark am Engagement einzelner/weniger Menschen, Betriebsräte oder anderer Gruppen. Wie lassen sich derartige Bemühungen also verstetigen? Eine Frage, die sowohl in Organisationen und Unternehmen als auch auf der gesamtgesellschaftlichen Ebene an Relevanz gewinnt. Ehrgeiziges Ziel des ersten Tages daher: „Wenn alles gut läuft, haben Sie/ habt ihr am Ende des Tages mehr Fragen als jetzt“.

Demokratieverdrossenheit – ein Mangel an Resilienz?

Und ich hatte tatsächlich mehr Fragen als Antworten. Lässt sich eine gewisse Demokratieverdrossenheit mancher Menschen dadurch erklären, dass sich die Institutionen, Prozesse und Strukturen nicht mit den Bedürfnissen der Bürger/innen und den Erfordernissen der Zeit weiterentwickelt haben? Wie könnte dies gelingen? Und wie lassen sich  Erkenntnisse aus diesem Bereich in nützlicher Weise mit Wissen aus der Organisationsentwicklung verbinden?

Demokratie ist kein Lieferservice –  Organisationsentwicklung auch nicht

Theoretisch ist das alles nichts Neues. Und dennoch müssen Menschen Gestaltungserfahrungen selbst gemacht haben, damit Beteiligung funktionieren kann. Ansonsten stößt man oft auf Resignation und Abwehr. Dies gilt genauso im Gemeinwesen, in der gewerkschaftlichen Arbeit wie auch in organisationalen Veränderungsprozessen. „Partizipation darf kein Schönwetterphänomen sein“ war auf der Tagung zu hören – das Verständnis, dass Beteiligung ein ganz zentrales Erfolgskriterium von Veränderungsprozessen ist. In der Praxis sicher oftmals herausfordernd, aber lohnenswert im Sinne der Nachhaltigkeit! Demokratie erfordert Beteiligung, sich einlassen, Anstrengung – sie ist kein Lieferservice. Gleiches gilt für Organisationsentwicklungsprozesse.

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