Blog

Zocken mit der Königin von Saba!

Mit Makeda-Karten Vielfaltskompetenzen reflektieren und entwickeln.

Die Seminarteilnehmer sitzen in 3 kleinen Gruppen beieinander, jeder hat zwei Stapel Makeda-Karten vor sich liegen. Einen Stapel mit Eigenschaften, die sie schon gut beherrschen und einen mit Dingen, die sie noch verbessern wollen. Alyssa beginnt: „Hier steht: ‚Mein Freundeskreis besteht aus Personen unterschiedlicher (Sub-) Kulturen‘. Das kann ich auf jeden Fall unterschreiben. Schon in der Schule war ich eine der wenigen, die einen gemischten Freundeskreis hatten. Meine beste Freundin kommt aus Kasachstan. Und über meinen Bruder weiß ich auch ziemlich viel aus der Hiphop-Szene, obwohl das nie so mein Ding war. Die erste Karte auf meinem Lernstapel ist ‚Ich kann (andersartiges) Verhalten wahrnehmen und beschreiben ohne zu urteilen‘. Das versuche ich immer, aber ich weiß auch, wie schwierig es ist.“

Alyssas Seminargruppe spielt Makeda. Dieses Kartenspiel lässt die Spieler erfahren, was Vielfaltskompetenz ist und wie sie diese (weiter) entwickeln können. Es basiert auf dem wissenschaftlichen Modell interkultureller Kompetenz von Wasif Shadid (Universität Tilburg), der für interkulturelle Kompetenz drei Komponenten benennt: Motivation, Wissen und Fertigkeiten. Für die erfolgreiche Zusammenarbeit von z.B. in interkulturellen Teams muss die Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit Unterschieden bestehen (Motivation); es erleichtert das Miteinander, typische Ursachen für Missverständnisse sowie unterschiedliche Werte und Haltungen zu kennen (Wissen), und erst die Fähigkeit, die Unterschiede zu benennen, auszuhandeln und kreativ mit ihnen umzugehen, ermöglicht es, die Vorteile von vielfältigen Teams zum Tragen zu bringen (Fertigkeiten). Drei Makeda-Spielkarten lauten deshalb z.B.

  • Motivation: „Im Kontakt mit jemandem, der anders ist, neige ich dazu, gemeinsame Interessen oder Ähnlichkeiten zu suchen“
  • Wissen: „Ich kenne mich gut mit verbaler und non-verbaler Kommunikation und deren Regeln aus“
  • Fertigkeiten: „Ich kann (andersartiges) Verhalten wahrnehmen und beschreiben ohne zu urteilen“
Die Königin von Saba

Die Königin von Saba aus „Bellifortis“ von Conrad Kyeser (um 1405).

Das Wort ‚interkulturell‘ bezieht sich dabei nicht nur auf nationale/ethnische Identitäten, sondern auf alle Unterschiede, anhand derer Gruppenzuschreibungen gemacht werden: Dies können die klassischen Diversity-Dimensionen sein wie Alter, Geschlecht, sexuelle Orientierung, Religion und Behinderung, aber auch weitere Dimensionen, die im jeweiligen Kontext relevant sind, wie z.B. Bildungsstand, Berufsgruppe oder fachlicher Hintergrund. Daher auch der Begriff Vielfaltskompetenz.

Die Geschichte der Königin von Saba diente den Entwicklern des Spieles als Inspiration: Vor fast 3000 Jahren legte sie von Äthiopien aus Tausende von Kilometern zurück, um König Salomon zu besuchen. Ihre Reise ist eine der frühesten beschriebenen interkulturellen Begegnungen und führte zu einem einzigartigen Austausch von Wissen und Wohlstand. Meist wird die Königin als eine weiße, oft sogar westliche Frau abgebildet. Viel wahrscheinlicher ist jedoch, dass Makeda (so ihr Name auf Äthiopisch) eher der Abbildung glich.

Makeda kann in Trainings- und Coachingskontexten vielseitig eingesetzt werden und dient vor allem der (Selbst-)Reflexion, gegenseitigem Verständnis und Austausch.

Bestellbar unter http://www.diversityshop.nl

| | 0 |

Mehr zum Thema
  

  • Beitrag

    Virtuelle Meetings moderieren – Tipps und Tricks

    Virtuelle Besprechungen sind in vielen Organisationen an der Tagesordnung. Über Online-Plattformen wie Skype for Business, Google Hangouts oder Go to Meeting versuchen Teams, in möglichst kurzer Zeit über teils große Distanzen in Echtzeit miteinander zu kommunizieren. Was so einfach klingt, birgt in der Praxis eine Vielzahl von Schwierigkeiten: Angefangen von technischen Störungen über viel zu […]

    mehr

    Beitrag

    Motivation – was uns wirklich antreibt

    Ob in Trainings- oder Beratungskontexten, immer wieder kommt das Thema „Motivation“ auf. Zuletzt bei der Durchführung eines unserer Programme der Führungskräfteentwicklung, das wir in den nächsten zwei Jahren mit mehreren Hundert Führungskräften im Bereich Pflege durchführen. Ein Bereich, der viele der aktuellen Herausforderungen bündelt: Fachkräftemangel, hohe Belastungen am Arbeitsplatz, beschränkte Mittel…

    mehr
  • Beitrag

    Reinventing Organizations jetzt auch visuell und als Hörbuch

    „Reinventing Organizations“ von Frederic Laloux ist ein viel zitiertes und diskutiertes Buch. Wenn es um Fragen nach neuen Formen von (Zusammen)Arbeit und zukunftsfähigen  Organisationsformen geht, fällt irgendwann der Buchtitel. Auch uns begleitet das Thema: im Beratungsalltag, in Gesprächen mit Kolleg/innen, auf Meetups oder auch bei der Gestaltung unseres eigenen Bürobetriebs. Diesen Blogbeitrag wollen wir nutzen, […]

    mehr

    Beitrag

    Wettbewerbsvorteil durch Business Model Canvas?

    Hauptwettbewerbsvorteil ist heutzutage nicht notwendigerweise die bessere Technologie, sondern das bessere Geschäftsmodell – so die Eingangsthese von Alexander Osterwalder beim Business Model Canvas Workshop in Berlin, den ich vor ein paar Tagen nebst 110 weiteren Teilnehmenden besuchte. Kodak diente dabei als eines der viel zitierten Beispiele und Belege für diese These, da Kodak zwar bei der […]

    mehr
  • Beitrag

    Sind wir nicht alle ein bisschen agil?

    Immer häufiger erreichen uns Anfragen zur Einführung agiler Methoden in Organisationen und Abteilungen. In unsere letzten Blogbeiträgen von Dirk Jung und Anna Schulte haben wir uns dazu aus dem Blickwinkel eines Organisationsentwicklers geäußert. Wie aber sieht das im Einzelnen ganz praktisch aus? Mit einigen netten Anekdoten aus dem agilen Arbeitsalltag gewähren wir in diesem Blogbeitrag […]

    mehr

    Beitrag

    Fehlerkultur: Die Angst vor dem Scheitern.

    Kalte, schwitzige Hände, ein Schweigen, der gesenkte oder eingezogene Kopf – physische Anzeichen dafür, dass wir einen Fehler gemacht haben und nun unter Stress stehen, weil wir dies nun der Chefin, dem Kunden oder im Kollegenkreis offenbaren müssen. Wir wissen es alle: Wir sind menschlich, Fehler passieren und dennoch –  die Angst davor lähmt uns […]

    mehr
  • Beitrag

    Design Thinking in der Stadtentwicklung

    Zwei Berater/innen von denkmodell, zwei Design Thinking Workshop-Tage, etwa 30 teilnehmende Bürgerinnen und Bürger – Ergebnis: eine Vielzahl von Ideen für konkrete Maßnahmen im Rahmen des Stadtentwicklungsplans für Naga City, einer mittelgroßen Stadt auf den Philippinen.

    mehr

    Beitrag

    „Social Labs“-Beitrag in der Werkzeugkiste der Zeitschrift für Organisationsentwicklung

    Unsere zwei Berater/innen Désirée Bösemüller und David Koschel haben in der Werkzeugkiste der Zeitschrift für Organisationsentwicklung (ZOE) einen Beitrag zum Thema „Social Labs“ veröffentlicht. Lesen Sie doch mal rein:

    mehr
  • Training

    Design Thinking in Beratung und Moderation

    Innovationen sorgen derzeit für rasanten Wandel – in unserer Arbeitswelt und in unserem Alltag. Dabei wird es immer wichtiger für Organisationen selbst Schritt zu halten und kreative, wertvolle Neuerungen zu fördern und neue Services oder Produkte anzubieten. Design Thinking ist eine Methode, um im Team komplexe Probleme zu lösen und nutzerorientierte, sinnstiftende Innovationen zu entwickeln. […]

    mehr

    Infoseite

    Coaching

    Sie stehen vor schwierigen Entscheidungen oder beruflichen Heraus­forderungen? Sie suchen Begleitung in Veränderungsprozessen oder Konfliktsituationen in Ihrer Organisation? Führungskräfte müssen täglich Entscheidungen treffen und Veränderungen angemessen begegnen. Dabei besonnen und fokussiert zu handeln und sich selbst treu zu bleiben ist nicht immer einfach. Um Orientierung zu bekommen und Kurs zu halten, ist es manchmal sinnvoll, […]

    mehr

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Kommentar

Name*

Email*