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Einblick: denkmodell-Moderationsset – Materialien, Transport und Handling

Im letzten Beitrag haben wir Impulse zur Moderation von Großgruppen gegeben. Heute schauen wir nicht auf das Wie? der Moderation, sondern vielmehr auf das Womit? Dabei möchten wir Ihnen eine kleine Inspirationshilfe geben: Désirée Bösemüller führte zu diesem Zweck ein Gespräch mit dem denkmodell Kollegen Herrn Julian-G. Mehler – Julian spricht im Folgenden über Materialien, Transport und Umgang mit seinem ganz eigenen Moderationsset bei denkmodell.

 Julian, du nimmst immer dein Moderationsset mit zum Kunden, warum?

Eine wirkungsvolle Moderation sollte möglichst viele Sinne ansprechen. Ich persönlich lege dabei besonderen Wert auf die Visualisierung von Kernaspekten, um Klarheit in der Moderation zu schaffen. Bei mir besteht die  Visualisierung dann nicht nur aus schwarzer Schrift, sondern auch aus Symbolen, Farben und Hervorhebungen, so wird sie  ansprechend. Gute Visualisierungstechniken sind leicht erlernbar und schnell umzusetzen. Allerdings haben diese Visualisierungen einen Haken: Damit ich gut visualisieren kann, braucht es das passende Werkzeug. Dieses Werkzeug gibt es oft nicht in den Moderationskoffern, die ich bei Kund/innen oder von Veranstalter/innen zur Verfügung gestellt bekomme – eine Handvoll Marker reichen für mich einfach nicht. Wenn ich mein eigenes Set dabei habe, bin ich entspannt(er) und kann meine ganze Energie auf die Moderation konzentrieren.

Was ist für dich passendes Werkzeug? Was enthält dein Set ganz konkret?

Ich möchte gerne so wenig wie möglich Material dabei haben, aber das, was ich dabei habe, sollte möglichst optimal sein. Über die Jahre hat sich mein übliches Set immer mal gewandelt. Derzeit besteht es meist aus folgenden Komponenten:

MarkerModeration-Beratung
  • 5x Einfache Marker mit Keilspitze: Schreiben in Moderationsschrift
  • 3x Outliner: Wasserfeste Marker für Zeichnungen
  • 2x 5 verschiedene Farbmarker: Hervorhebungen und Farbschattierungen
  • 2x graue Marker: Schatten
Weiteres Moderationsmaterial:
  • Post-It: 3 Pakete: klein, mittel, groß (hier greife ich immer auf die „super sticky Notes“ zurück, die bleiben am längsten an der Wand haften)
  • Klebestift zur dauerhaften Fixierung von Karten
  • Klebepunktrolle für Punktabfragen
  • 2x TimeTimer fürs Zeitmanagement
  • Flipchartblock im Köcher
Materialien für die Gruppe
  • Glocke oder Gong als Pausensignal
  • Lautsprecher für angenehme Hintergrundmusik in den Pausen
  • Ball + Zollstock für den Energizer zwischendrin

Wie transportierst du das alles?

ModerationsmaterialAnfangs hatte ich ein Set, in welchem ich die einzelnen Stifte noch sortiert reinklemmte etc. Mittlerweile habe ich für die Stifte und Post-Its nur noch eine simple Moderationstasche. Meist gibt es nach einem Einsatz ein Debriefing und dann muss man auch schon wieder zum Zug. Da ist es hilfreich, wenn das System einfach ist.

Die Tasche selbst passt wunderbar in jedes Handgepäck und gehört da auch beim Fliegen hin. Nichts würde mich für eine anstehende Moderation mehr beunruhigen, als wenn mein Moderationsmaterial unterwegs abhandenkommt.

Nimmst du immer dieses Set mit oder unterscheidet es sich von Fall zu Fall?

Meist ist es tatsächlich dieses Set. Bei einer Großgruppenmoderation packe ich meist noch 20 einfache schwarze Marker ein und 3 extra Post-It-Pakete. Für materialintensive Workshops, wie z.B. in einem Innovationsprozess à la Design Thinking, können es auch mal 9 Pakete Post-Its für 3 Tage sein und auch je Gruppe ein TimeTimer.

Merken die Kunden, wie wichtig dir das Moderationsset ist?

Hoffentlich nicht. Es sollte höchstens spürbar werden durch gute Visualisierungen und reibungsloses Materialhandling und meine Moderation, die nicht durch Materialsuche unterbrochen ist. Zudem sage ich meist im Vorfeld, dass ich kein Moderationsmaterial brauche, womit ein Punkt in der Auftragsklärung entfällt.

Im Büro haben wir das Handling des Moderationsmaterials deutlich verändert. Kannst du das kurz teilen?

Ja, uns ging es ja auch nicht anders, als einigen unserer Kund/innen: große und umfangreiche Moderationskoffer oder -tische neigen dazu, mit der Zeit unübersichtlich und chaotisch zu werden. Als wir uns aber nach Standardkoffern und -tischen umsahen, waren diese nicht auf unseren eigentlichen Bedarf angepasst. So haben wir unsere Materialstation im Büro selbst entwickelt – quasi customized. Ziel war es, maximal einfach und übersichtlich zu gestalten und nur das zu integrieren, was wir tatsächlich bei einer Moderation benötigen. Herausgekommen ist ein rollbarer Trolley basierend auf Stucobo-Elementen und einem Moderationsaufsatz in Eigenentwicklung. Eigentlich ist es das kleine Moderationsset in stationärer Version.

Moderationstisch-Moderation-BeratungModerationstisch

Was ist daran jetzt besonders?

Eigentlich nicht viel, weil der Inhalt kaum anders ist, als die oben beschriebenen Moderationsmaterialien – nur eben hier nicht in einer Moderationstasche sondern in einem mobilen Möbelstück. Dementsprechend haben wir bei diesem Modell das Setzkastenprinzip gewählt. Folgende Elemente waren uns dabei wichtig:

    • Mobilität: Der Tisch sollte leicht rollbar sein, aber stabil. An den beiden Stirnseiten gibt es Ledergriffe.
    • Übersichtlichkeit: Alle Standard-Tools sollten übersichtlich und schnell zur Hand ganz oben auf liegen: Stifte, Post-Its, Time-Timer und Kleinkram. Es sollte so übersichtlich sein, dass Unordnung nicht entstehen kann.
    • Stifte-Management: Leere oder defekte Stifte sollten nicht  einfach irgendwohin abgelegt, sondern spielerisch gesammelt werden – dafür ist der Nistkasten gedacht, der monatlich geleert wird.
    • Sondermaterialien: Diese sind in den Schubfächern, wie z.B. Spielelemente für Energizer oder Moderationskarten enthalten. Ein Fach enthält ca. 50 einfache schwarze Marker – das Fach kann also jederzeit in die Mitte des Raumes gelegt werden, damit Teilnehmende sich bei Bedarf selbst bedienen können.
    • Arbeitshöhe: Wir moderieren meist im Stehen. Daher ist die Höhe so gewählt, dass es für kleinere und größere Moderator/innen gleichsam ergonomisch ist. Zudem kann der Trolley auch im Sitzen ganz gut bedient werden.
  • Ästhetik: Ja, und optisch sollte es auch stimmig sein – die Farben weiß und grau sowie die Stucobo Möbel finden sich auch an anderen Stellen in unseren Seminarräumen wieder.

Danke Julian für den kleinen Einblick!

 

Sollten Sie Fragen an Herrn Julian-G. Mehler haben oder Anmerkungen zu unserem Blogbeitrag, schreiben Sie uns gerne einen Kommentar oder eine Mail. Wir freuen uns über Ihr Feedback!

 

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