Capacity Development für die Umsetzung der Rechte junger Menschen

Interview von Ilka Stein mit Dr. Tina Silbernagl, GIZ

2,2 Milliarden Menschen auf der Welt sind jünger als 18 Jahre. Rund 1,9 Milliarden junge Menschen1 leben in sogenannten Entwicklungsländern. Damit bilden Sie häufig bis zu 70% der Landesbevölkerung. Sie sind Gegenwart und Zukunft.

Frau Dr. Tina Silbernagl, GIZ Leiterin des Sektorvorhabens „Umsetzung von Kinder- und Jugendrechten" betrachtet für uns den Stand der konzeptionellen Diskussion und erläutert Beispiele aus der Praxis. Das Interview führte Ilka Stein von denkmodell.

Junge Menschen gelten als Schlüssel für die Zukunft. Welche Rollen spielen sie denn in der Gegenwart?

Junge Menschen stellen mit bis zu 70 Prozent in vielen Ländern der Welt die absolute Mehrheit der Bevölkerung. Gerade in diesem Jahr wurde unser Blick oft auf diese Gruppe gelenkt. In der MENA-Region sind sie die Träger der Protestbewegung. Sie fordern die Regierungen auf, Verantwortung zu übernehmen und ihrer demokratischen Rechenschaftspflicht nach zukommen. Sie verlangen das Ende des Stillstands und treten für Veränderung ein.

Die Katastrophe am Horn von Afrika zeigt eine andere Realität auf. Über 2,3 Millionen Kinder und junge Menschen sind direkt von der Dürrekatastrophe betroffen. Eine halbe Million kämpft täglich um ihr Überleben. Durch ihre besondere Vulnerabilität werden junge Menschen in jeder Katastrophe zur größten Opfergruppe.

Angesichts dieser Tatsachen müssen meiner Meinung nach junge Menschen schon heute umfassend Beachtung finden. Sie sind eben nicht nur unsere Zukunft.

 

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