Management von Post Merger Prozessen

Autor: Dirk Jung

“Heirat ist der Sieg der Hoffnung über die Erfahrung.”
Helen Fisher (DER SPIEGEL)

Sobald die Tinte auf den unterzeichneten Fusionsverträgen trocken ist, beginnt die kritischste Phase jedes Merger Prozesses: die schrittweise Integration der beteiligten Organisationen. Dabei ist die Erfolgsbilanz bei Wirtschaftsunternehmen ernüchternd: die Misserfolgsraten werden in der Fachliteratur unisono mit 60-80% angegeben. Was läuft da schief? Was gilt es zu beachten?

Drei Fusionsmodelle

Merger ist nicht gleich Merger. Es ist hilfreich, zwischen 3 Basisvarianten zu
unterscheiden:

  • Variante „Verschmelzung“: Wegen ähnlicher Strukturen und Leistungsprozesse der Transaktionspartner werden die alten Strukturen fast völlig aufgebrochen, neu geordnet und unter eine einheitliche Leitung gestellt (keine  „Doppelspitzen“). Aus den alten Bereichen werden sog. Integrationsteams zusammengestellt, die in der Übergangsphase die notwendigen Anpassungsarbeiten übernehmen.
  • Variante „Symbiose“: Hier gibt es weiterhin parallele Unternehmensbereiche, die autonom belassen werden und sich gegenseitig durch ihre Unterschiedlichkeit positiv ergänzen, aber auch solche, die integriert werden.
  • Variante „Satellit“: Die ursprünglichen Strukturen bleiben weitgehend erhalten, da die Tätigkeitsbereiche der beteiligten Organisationen zu verschieden sind, um eine Zusammenführung zu rechtfertigen. Die Integration beschränkt sich weitgehend auf administrative Funktionen. Dort, wo besondere Charakteristika und Fähigkeiten der Integrationspartner erhalten werden sollen, sind oft sogar spezielle Maßnahmen der „boundary protection“ notwendig, z.B. Regelung von Kommunikationswegen, Abgrenzung von Zuständigkeiten, Schaffung eigener Rechtspersönlichkeiten, u.a.m.

 

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