Katja Meyer (Ethnologin, I. Ausbildungsgang)
"Als ich 2002 nach vier Jahren Aufenthalt als DED-Entwicklungshelferin in Honduras nach Deutschland zurückkam, stand für mich bereits fest, dass ich den neuen beruflichen Anfang durch eine Fortbildung unterstützen wollte.
Ich entschied mich nach einiger Recherche in dem mittlerweile nicht mehr so überschaubaren Weiterbildungsmarkt für systemische OE für das Angebot einer Beratungsfirma aus Berlin. Mich sprach an, dass sie sowohl Erfahrungen in der Entwicklungszusammenarbeit als auch in Deutschland hatte und dass die Weiterbildung berufsbegleitend möglich war. Mir war es sehr wichtig, flexibel zu sein und mich gleichzeitig auf dem Arbeitsmarkt bewerben zu können. Ein Vollzeitstudium hätte die berufliche Wiedereingliederung verzögert.
Überzeugt hat mich auch die Dauer der Fortbildung, insgesamt eineinhalb Jahre. Die kurzen Fortbildungen von einem halben bis einem Jahr erschienen mir für die Inhalte und den Lernprozess zu wenig, die anderen von über zweieinhalb Jahren kamen mir schlicht zu lang vor. Die von mir besuchte Weiterbildung beinhaltet neun Module zwischen drei und fünf Tagen sowie ein Web basiertes Modul, zwei Supervisionen und die Durchführung eines eigenen OE-Projektes, einer Intervention in einer Organisation. Ein weiterer Schwerpunkt ist das selbstorganisierte kollegiale Coaching. Wir sind neun Teilnehmende und arbeiten außerhalb der Module in Kleingruppen zu Themen, die die Ausbildungsinhalte betreffen, aber von uns selbst bestimmt werden. Die Gruppe ist gemischt, die Teilnehmer kommen aus der Entwicklungszusammenarbeit, freien Beratung, Personalentwicklung, Gesundheitsberatung sowie dem Projektmanagement im Verlagswesen. So können wir interessante Einblicke in branchenspezifische Problemstellungen in der Beratungslandschaft in Deutschland kennen lernen.
Begonnen habe ich die Fortbildung, als ich noch arbeitslos war, mich auf Stellen beworben und gleichzeitig einige Ausflüge in die selbständige Trainertätigkeit unternommen habe. Mittlerweile habe ich eine Vollzeitstelle als Referentin in einer kirchlichen Entwicklungsorganisation.
Die Inhalte der Fortbildung passen zu meinem neuen Arbeitsfeld wie "die Faust aufs Auge" und haben sicherlich auch ihren Anteil dazu beigetragen, dass ich diese Stelle bekommen habe. Trotz der hohen zeitlichen Belastung durch Fortbildung und Vollzeitstelle hat sich für mich diese Investition mehr als gelohnt und mir viele Ideen und Impulse gegeben.
Das Kennenlernen systemischer Betrachtungsweisen und die Arbeit an der eigenen Wahrnehmung haben mich über das berufliche Umfeld hinaus auch in meiner persönlichen Entwicklung bereichert."
Katja Meyer,
transfer, Heft 2, August 2004
